Aktueller MDMA-Konsum

01.08.2018

Ecstasy ist wieder da

MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin) war ab den späten achtziger Jahren unter der Bezeichnung Ecstasy die dominierende Droge der Rave-Szene. Mit ihrer aufputschenden und euphorisierenden Wirkung war sie bei Technomusikveranstaltungen ein beliebter Begleiter. So wie diese Musik schien auch die Droge in den letzten Jahren aus der Mode gekommen zu sein. Die Anzahl der MDMA-Sicherstellungen ging bis 2010 deutlich zurück.

Seither nehmen die Zahlen allerdings wieder zu. Gleichzeitig steigt seit 2009 der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von MDMA-Tabletten kontinuierlich an, wie der Europäische Drogenbericht 2018 feststellt.1 Dort heißt es zum Konsum: „MDMA wird häufig gemeinsam mit anderen Substanzen konsumiert, darunter auch mit Alkohol. Gegenwärtig gibt es Anzeichen dafür, dass MDMA in Ländern mit höheren Prävalenzraten keine Nischendroge oder Droge der Subkulturen mehr darstellt, deren Konsum auf Nachtclubs und Tanzpartys beschränkt ist, sondern mittlerweile von einem breiten Spektrum junger Menschen im gewöhnlichen Nachtleben, wie in Bars und auf Privatpartys, konsumiert wird.“

Neues Image für eine alte Substanz

Eine 2017 in Norwegen durchgeführte Studie2 zeigt einen Imagewandel von Ecstasy hin zu MDMA. In den Augen vieler Konsumenten ist Ecstasy von gestern, unsicher und sogar gefährlich. Im Gegensatz dazu wird MDMA, vor allem in Kristall- oder Pulverform, als sicher und sauber angesehen. Was ein Irrtum ist, denn der Wirkstoff ist derselbe. Die Reinheit der verfügbaren Drogen ist tatsächlich höher als früher.

Heutige MDMA-Konsumenten halten sich tendenziell für vernünftiger und distanzieren sich von der alten Rave-Subkultur. Man fi ndet sie in den verschiedensten Kreisen und Gesellschaftsschichten. Eine kürzlich durch die Presse gegangene kuriose Geschichte berichtete von 50-jährigen britischen Freundinnen, die auf ihren Dinnerpartys MDMA im Weichkäse servierten.
Dieser Trend wurde von den Medien nach der verwendeten Käsesorte „Brieing“ getauft und zeigt, dass die Droge nicht nur von jungen Partygängern konsumiert wird.

Großbritannien, Irland und die Niederlande sind in Europa die Länder mit der höchsten MDMA-Prävalenz. Zwischen 9 und 9,2 % der Erwachsenen haben dort mindestens einmal in ihrem Leben MDMA konsumiert. Deutschland liegt mit 3,3 % im Mittelfeld. Beim Konsum gibt zwei Besonderheiten: MDMA ist in Großstädten beliebter als in kleineren Städten und wird häufi ger am Wochenende als an Wochentagen konsumiert. Dies haben Abwasseruntersuchungen offengelegt.3

Bedeutung für Verkehrskontrollen

MDMA ist heute gesellschaftlich viel weiter verbreitet als früher. Es muss daher bei Kontrollen der Fahrtüchtigkeit verstärkt MDMA-Konsum als Möglichkeit in Betracht gezogen werden. MDMA gehört chemisch in die Gruppe der Amphetamine/Methamphetamine und wird somit durch den Speichelschnelltest DrugWipe standardmäßig erfasst. Innerhalb von maximal fünf Minuten kann mit Hilfe von DrugWipe festgestellt werden, ob die getestete Person unter Einfl uss von MDMA steht.

1 Europäischer Drogenbericht 2018 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA), S. 31
2 Edland-Gryt et al., Int J Drug Policy, Volume 50, 1-8 (2017)
3  www.emcdda.europa.eu/topics/pods/waste-water-analysis_de (2018)

 

Infobox MDMA

Droge vollständige chemische Bezeichnung
MDMA 3,4-Methylendioxymethamphetamin
MDA 3,4-Methylendioxyamphetamin
MDEA 3,4-Methylendioxy-N-ethylamphetamin

 

Die drei Drogen haben viele Gemeinsamkeiten:

  • Alle gehören zur Gruppe der Amphetamine/Methamphetamine.
  • Alle werden vom DrugWipe erkannt.
  • Alle haben eine aufputschende Wirkung.

MDMA hat sich als stimulierende und euphorisierende Droge etabliert, die auch die Kontaktfreudigkeit der Konsumenten steigert. MDA und MDEA fördern hingegen eher die Ich-Bezogenheit und den Verlust sozialer Kontakte. MDA war lange in der Psychotherapie im Einsatz, bis es 1984 verboten wurde. MDMA ist Hauptbestandteil von Ecstasy. Aber auch MDA und MDEA können Bestandteil von Ecstasy-Tabletten sein.