Moderne Designerdrogen

20.05.2011

Auf dem Markt tauchen immer wieder neue Designerdrogen auf. Trotz ähnlicher chemischer Strukturen mit bekannten Betäubungsmitteln fallen diese neu entwickelten Substanzen meist durch das Raster immunologischer Schnelltests.  

Mephedron (4-Methylmethcathinon) 

gehört zur Gruppe der Amphetamine. Diese starken Stimulanzien werden wegen ihrer euphorisierenden, zum Teil auch halluzinogenen Wirkung verstärkt als Partydroge konsumiert.

Durch Mischkonsum und durch Verunreinigungen ist die Palette der unerwünschten Nebenwirkungen kaum einzugrenzen. Es sind bereits Intoxikationen mit Todesfolge bekannt.

In Deutschland wurde Mephedron im Januar 2010 in die Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgenommen. Mephedron kann zuverlässig mittels Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie (LCMS/ MS) bestimmt werden. Im Bedarfsfall sollte mit dem Laborpartner unbedingt vor einem Probenversand abgeklärt werden, ob die Methode im jeweiligen Labor bereits etabliert ist.

Mit dem DrugWipe® Amphetamintest ist der Nachweis von Mephedron ab einer Konzentration von 1500 ng/ml im Speichel möglich. In Abhängigkeit von der Konsumform von Mephedron (z. B. Schnupfen) kann eine solche Konzentration in der Mundhöhle leicht erreicht werden.

DrugWipe® weist in diesem Fall die Rückstände auf den Schleimhäuten nach. Bei anderen Konsumformen, beispielsweise Tabletten, reichen die Konzentrationen unter Umständen für einen DrugWipe® Nachweis im Speichel nicht aus.
 

Methylendioxypyrovaleron (MDPV)

Der Nachweis von MDPV mit DrugWipe® ist nicht möglich. MDPV wurde als Nachfolger von Methylphenidat (Handelsname: Ritalin) erforscht, aber nie zugelassen. In Deutschland ist die Aufnahme von MDPV in den Anhang II des BtMG mit der nächsten Änderung wahrscheinlich.

Momentan wird es als Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes (AMG) eingestuft. Der Verkauf und die Herstellung von Arzneimitteln ohne Genehmigung sind somit strafbar. In der Schweiz, in Finnland, Dänemark und Schweden ist MDPV offi ziell als Betäubungsmittel eingestuft. In England wird MDPV als „Class B drug" eingestuft. Ohne Genehmigung sind somit Handel und Besitz illegal. In Australien unterliegt MDPV noch keiner gesetzlichen Regelung wird jedoch gehäuft von Polizeibehörden beschlagnahmt.